Herzliche Einladung zum Besuchertag im März 2026
Am 14.03.2026 öffnen wir wieder unsere Tür für euch.
Ab heute könnt ihr euch anmelden und Plätze sichern. Bitte schreibt eine kurze Mail mit eurem Namen und der Anzahl der Personen, die zu unserem Besuchertag kommen wollen, an
info@flippereck.de
Bitte nicht in eurem E-Mail Programm „Auf diese E-Mail antworten“ klicken, sonst landet ihr auf der falschen E-Mail-Adresse.
Ihr solltet euch kurzfristig entscheiden, da wir nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen vergeben können.
Falls euch spontan doch etwas dazwischenkommt, gebt uns bitte kurz Bescheid. Wir pflegen eine Nachrückerliste und freuen uns, wenn wir den Platz weitergeben können. Danke euch!
Weiter geht es mit einem Gerät von Stern:
„Iron Maiden: Legacy of the Beast“
aus dem Jahr 2018
Das Gerät belegt auf www.pinside.com aktuell den 11. Platz.
Heavy Metal unter Glas
Wenn man die Starttaste drückt und das vertraute Riff von Aces High durch die Lautsprecher donnert, wird sofort klar: Das hier ist kein gewöhnliches Spielzeug. Das ist ein Heavy-Metal-Konzert, gepresst in eine Holzkiste voller Stahl, Kupfer und purer kinetischer Energie. Der „Iron Maiden: Legacy of the Beast“ von Stern Pinball (veröffentlicht 2018) ist nicht nur ein Tribut an eine der größten Bands der Welt, sondern gilt in der Szene als einer der besten Flipperautomaten der modernen Ära.
Die Geburt einer neuen Ära: Der „Elwin-Faktor“
Um zu verstehen, warum dieser Flipper so besonders ist, muss man wissen, wer ihn entworfen hat. Es war das Debütwerk von Keith Elwin. In der Flipperwelt ist Elwin kein Unbekannter – er gilt als der beste Flipperspieler aller Zeiten und hielt jahrelang unangefochten die Weltrangliste. Als Stern ihn als Designer anheuerte, waren die Erwartungen gigantisch. Und er lieferte.
Hier eine Übersicht der Geräte die er bei Stern entwickelte:
1. Iron Maiden: Legacy of the Beast (2018)
2. Jurassic Park (2019)
3. Avengers: Infinity Quest (2020)
4. Godzilla (2021)
5. James Bond 007 60th Anniversary (2022)
6. Jaws (2024)
7. King Kong: Myth of Terror Island (2025)
All diese Spiele befinden sich unter den Top-Platzierungen bei pinside.com (Godzilla belegte dort sogar lange Platz 1).
Elwin brach mit den Konventionen des „Fan-Layouts“ (bei dem alle Schüsse fächerförmig von unten nach oben verlaufen), das die letzten 20 Jahre dominiert hatte. Stattdessen schuf er ein Spielfeld, das sich anfühlt wie ein organischer Kampf gegen das Chaos.
Das Spielfeld: Ein geometrisches Meisterwerk
Das Erste, was dem Spieler auffällt, sind die vier Flipperfinger. Neben den zwei Standardfingern unten gibt es zwei weitere im oberen Bereich, die essenziell sind, um die gefährlichsten Schüsse zu meistern. Das Layout ist brutal und schnell. Die Kugel läuft durch Loops, die physikalisch fast unmöglich wirken, und prallt von Zielen ab, die Präzision erfordern.
Die Loops
Als eines der wenigen Geräte bietet er vier Flipperfinger, die auch bedient werden wollen. Mit den oberen beiden Fingern kann jeweils ein Loop geschossen werden, sodass die Kugel wieder zum Flipperfinger zurückläuft und man den nächsten Loop ansetzen kann – solange der „Flow“ hält.
Ein zentrales Element ist der Newton Ball (der „Power Orb“). Hierbei schießt man die Kugel gegen eine gefangene Kugel, ohne dass sich dahinter eine weitere gefangene Kugel befindet. Ein Schalter unterhalb des Newton Balls registriert den Treffer. Ein klassisches Feature aus den 70ern und 80ern, das hier modernisiert wurde, um den „Orb“ aufzuladen.
In den Premium- und Limited-Edition-Versionen öffnet sich der Sarkophag physisch, um Bälle zu fangen („Ball Lock“), und eine Rampe hebt sich mechanisch an, um den Weg in die Unterwelt freizugeben. Das Spielgefühl ist „Flow“ pur – wenn man den Rhythmus findet, läuft die Kugel wie flüssiges Quecksilber über das Feld.
Atmosphäre und Regelwerk: Eddie in allen Formen
Optisch ist der Flipper ein Rausch aus Farben, gestaltet vom Künstler Zombie Yeti (Jeremy Packer). Jeder Zentimeter ist bedeckt mit detaillierten Darstellungen von „Eddie“, dem Maskottchen der Band, in seinen verschiedenen Inkarnationen: als Cyborg, als Pharao, als Trooper.
Das Regelwerk basiert auf dem Mobile-Game „Legacy of the Beast“. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Eddie und muss verschiedene Bestien besiegen und die Splitter seiner Seele wiedervereinen. Das geschieht, indem man Songs „startet“ und bestimmte Aufgaben erfüllt. Die Setlist ist ein Traum für Fans:
- The Trooper
- Fear of the Dark
- Hallowed Be Thy Name
- Run to the Hills
- …und acht weitere Klassiker.
Der Sound ist dabei wuchtig, die Integration des LCD-Bildschirms mit Animationen aus dem Videospiel sorgt dafür, dass auch Zuschauer gefesselt sind. Es ist ein Spiel, das leicht zu verstehen ist („Schieß auf die blinkenden Lichter!“), aber eine enorme Tiefe für Profis bietet, die den „Run to the Hills“-Wizard-Mode erreichen wollen.
Details (Nerd-Facts), die selbst manchen Besitzer des Gerätes überraschen dürften
Das Geheimnis von „Archer“
Der wohl faszinierendste Fakt ist, dass dieser Flipper ursprünglich gar kein Iron-Maiden-Gerät war. Keith Elwin baute den Prototypen dieses Layouts zu Hause in seiner Garage als ein „Homebrew“-Projekt (Eigenbau). Das Thema war damals die Zeichentrickserie „Archer“. Wer genau hinsieht, erkennt die Struktur: Der Bereich, der jetzt den „Pharaoh“-Shot darstellt, war im Originaldesign ein anderer Charakter. Stern war so beeindruckt von Elwins Heimprojekt, dass sie ihn einstellten und das Layout fast 1:1 für die Iron-Maiden-Lizenz übernahmen. Es ist der einzige moderne Stern-Flipper, dessen Geometrie fertig war, bevor das Thema feststand.
Keith Elwins Archer layout
Bulls Eye Target
Oberhalb der Rampe gelangt man auf die zentrale Zielscheibe (Bulls Eye Target). Ähnlich einem Dartsspiel erhält man die höchsten Punkte, je weiter man in die Mitte des Ziels trifft. Was für den Spieler nicht offensichtlich ist: Hinter der Zielscheibe verbergen sich drei Kontakte, die für die einzelnen Segmente des Ziels zuständig sind. Keith Elwin hatte diese Konstruktion schon für seinen Archer-Flipper entworfen.
Der Loop, der keiner ist
Der Schuss durch den oberen Loop (rund um den Orbit) fühlt sich an wie ein Kreis, ist aber physikalisch keiner. Die Geometrie ist so angelegt, dass die Kugel, wenn sie von den oberen Flipperfingern geschossen wird, durch eine Zwangsschiene so stark beschleunigt wird, dass sie die Schwerkraft fast ignoriert. Elwin nutzte hierbei Erkenntnisse aus alten Bally-Geräten der 80er Jahre (wie Frontier), um diesen „Peitschen-Effekt“ zu erzeugen.
Cyborg Eddies geheime Botschaft
Auf dem Backglass (der Kopfscheibe) der Limited Edition und Premium Modelle gibt es mikroskopisch kleine Details in den Hieroglyphen und im Hintergrund, die Referenzen auf alte Albencover verstecken – darunter eine sehr subtile Anspielung auf das Somewhere in Time Cover, das selbst dafür bekannt ist, Dutzende Easter Eggs zu enthalten. Es ist ein Easter Egg in einem Easter Egg.
Der „Death Save“ Bonus
In der Flipper-Etikette ist ein „Death Save“ (das aggressive Zurückschlagen einer Kugel aus der Outlane durch heftiges Bewegen des Gerätes) oft verpönt oder führt zum „Tilt“. Keith Elwin, als ehemaliger Turnierspieler, ist jedoch berühmt für dieses Manöver. Das Gerät ist daher oft etwas toleranter eingestellt, was solche Rettungsversuche angeht – ein stilles Nicken des Designers an die Spieler, die alles geben, um die Kugel im Spiel zu halten. Wer so etwas noch nicht gesehen hat, sollte sich unbedingt eine Erklärung dazu auf YouTube anschauen.
Die „Geheime Mission“
Es gibt eine versteckte Strategie, um den „Cyborg Multiball“ schneller zu erreichen, indem man eine bestimmte Kombination von Schüssen (die sogenannten „X“-Multiplikatoren) in einer Reihenfolge trifft, die im Display nur für den Bruchteil einer Sekunde angedeutet wird. Dies ist ein Nicken an die Hardcore-Turnierspieler-Szene, aus der Elwin stammt.
Regelwerk
Ein sehr umfangreiches deutsches Regelwerk von Paul Englert findet ihr unter pinball-universe.de.
Ich wünsche euch allen einen tollen Besuchertag und einen unvergesslichen Abend.
Falls ihr Anmerkungen oder Vorschläge für den Newsletter habt, schreibt mir gerne an
info@flippereck.de.
Viele Grüße
Holger vom FlipperEck
Quellen & Weiterführende Links
Für detaillierte Nachforschungen habe ich folgende Quellen genutzt: